Reallabore

In sechs Reallaboren werden Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen aus Unternehmen gemeinsam reale Unternehmensprozesse analysieren und beforschen. Die Reallabore sollen einen kontinuierlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sichern und die intensive fachliche Kooperation fördern. Dieser partizipative und anwendungsorientierte Ansatz eröffnet einen praktischen Dialog über Geschlechterfragen, in dem sich einerseits Unternehmen der Komplexität aktueller Erkenntnisse der Geschlechterforschung stellen müssen. Andererseits sind die Forschenden wiederum gefordert, nach in der Praxis tragfähigen Lösungsmodellen zu suchen. Die Erkenntnisse aus den Reallaboren werden in einem iterativen Prozess bei den Fachtagen und der internationalen Konferenz vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt.

Im Hintergrund sitzen zwei Personen an Computern, im Vordergrund ist eine Frau mit Roboter zu sehen.

Informationen zum Modellprojekt Reallabor

Eine lebendige und offene Unternehmenskultur bietet viele Anreize für Fachkräfte, sich in Unternehmen zu engagieren. Mit Ihrer Unterstützung möchten wir gemeinsam daran arbeiten, um diese herzustellen und die Vernetzung zwischen Genderforschenden und Unternehmen im Bereich IT voranzutreiben. In den Gender Studies, in der Wissenschafts- und Technikforschung und im Bereich feministischer Human-Computer-Interaction findet einerseits exzellente Forschung zu Gender und Informatik statt. Andererseits fragen sich Praktiker/innen in allen Bereichen der IT, was sie tun müssen, um etwa ihre Software geschlechtergerecht zu gestalten, eine frauenfreundliche IT-Kultur zu unterstützen und für Frauen attraktiv zu sein.

Das Projekt GEWINN schlägt hier eine Brücke und ermöglicht den Wissensaustausch zwischen Praxis und Wissenschaft in sechs ausgewählten Reallaboren zu Themen der Informatik und Gender Studies. Hierbei erarbeiten Unternehmen und Wissenschaftler/innen gemeinsam in einem realen Setting Antworten auf aktuelle Fragestellungen und Problemlagen.

Das Format ist auf dem Ansatz der Living Labs begründet. Es bezieht Praktiker/innen und Nutzer/innen in ihrer Arbeits- und Alltagswelt frühzeitig und aktiv in Entwicklungs- und Gestaltungsprozesse ein. Erzielte Ergebnisse werden kontinuierlich unmittelbar im Anwendungsfeld erprobt und in zirkulären Entwicklungs- und Designprozessen weiter verbessert. Denkbar sind Reallabore zu der gesamten Bandbreite des Themenfelds „Gender & IT“. Das Spektrum möglicher Fragen umfasst

  • Entwicklung von Modellen zur Gestaltung partizipativer Prozesse
  • Entwicklung von Modellen zur Gestaltung des organisationalen Umfelds in der IT
  • Zusammenarbeit zur diversitätssensiblen Produktentwicklung
  • Gender als Faktor bei der Gestaltung von IT-Trainings

Im Reallabor erarbeiten Sie begleitet durch Forscher/innen der Universität Siegen im ersten Schritt die relevanten Eckdaten zu Ihrem Thema. Dies bildet die Grundlage für die Konzeption der Intervention in Zusammenarbeit mit Forscher/innen aus dem Bereich der Gender Studies. Die Durchführung und qualitative Evaluation erfolgt langfristig und begleitet durch die Forscher/innen. Die Ergebnisse der Reallabore werden durch die Forscher/innen der Universität Siegen als Best-Practice-Modelle aufbereitet und über www.gender-wissen-informatik.de veröffentlicht.

Die Auswahl der teilnehmenden Unternehmen sowie das Matching mit relevanten Forscher/innen aus dem Bereich der Gender Studies hat der GEWINN-Steuerungskreis übernommen, der mit international renommierten Mitgliedern aus Wissenschaft und Unternehmen besetzt ist.

Rückfragen zu den Reallaboren beantworten Michael Ahmadi und Anne Weibert unter GenderWissen@listserv.uni-siegen.de.